Mehrwertsteuer auf Lebensmittel: Was seit Juli 4,9 % hat und was bei 10 % bleibt
Stand: 28. September 2026
mitbringen vergleicht deine Liste über Hofer, Lidl, Spar und Billa. Das Grundpreis-Schild am Regal liest du selbst.
Seit 1. Juli 2026 zahlst du auf Milch, Joghurt, Butter, Eier, Gemüse, Kern- und Steinobst, Reis, Weizenmehl, Nudeln, Brot und Salz nur mehr 4,9 % statt 10 % Mehrwertsteuer. Das macht diese Produkte um rund 4,6 % billiger. Käse, Fleisch, Beeren und Haferflocken bleiben bei 10 %. Am Kassabon siehst du den neuen Satz in einer eigenen Steuergruppe.
Welche Lebensmittel 4,9 % Mehrwertsteuer haben
Die Liste steht im Umsatzsteuergesetz. Sie hat zwölf Gruppen:
| Gruppe | Beispiele |
|---|---|
| Milch | Vollmilch, fettarme Milch, laktosefreie Milch |
| Joghurt | Naturjoghurt |
| Butter | Butter |
| Eier | frische Hühnereier |
| Gemüse, frisch | Paradeiser, Gurken, Paprika, Salat, Karotten, Zwiebeln, Spinat, Kürbis |
| Gemüse, tiefgekühlt | TK-Erbsen, TK-Blattspinat |
| Obst | Kernobst (Äpfel, Birnen) und Steinobst (Marillen, Kirschen, Pfirsiche, Zwetschken) |
| Reis | alle Sorten Reis |
| Mehl und Grieß | aus Weizen |
| Teigwaren | Nudeln, ungekocht und ungefüllt |
| Brot | Brot und Gebäck mit höchstens 5 % Fett und 5 % Zucker in der Trockenmasse |
| Salz | Speisesalz |
Der Test ist nicht der Name im Regal, sondern der Zolltarif-Code (KN) des Produkts. Darum können zwei Produkte, die ähnlich aussehen, verschieden besteuert sein.
Was bei 10 % bleibt
- Käse, Fleisch, Wurst: nicht auf der Liste. Fleisch ist laut Regierung wegen der Kosten draußen geblieben.
- Beeren, Bananen, Zitrusfrüchte: nur Kern- und Steinobst ist begünstigt.
- Roggenmehl, Haferflocken: nur Weizenmehl und -grieß sind begünstigt.
- Fruchtjoghurt: nur, wenn alles darin selbst begünstigt ist. Mit Früchtepüree, Müsli oder Schokostückchen bleibt es bei 10 %.
- Cremespinat: eine Zubereitung, kein Tiefkühlgemüse, daher 10 %. Kräuterbutter mit wenig Kräutern zählt laut BMF dagegen noch als Butter (4,9 %).
- Brot mit Honig, Ei, Käse, Nüssen oder Früchten: fällt heraus, egal wie viel davon drin ist. Nussbrot, Früchtebrot und Käsestangerl bleiben bei 10 %.
- Fettreicheres Gebäck: Croissants, Brioche und viele Laugen- und Körnergebäcke liegen über der 5-%-Grenze. Der Handel hat dem Finanzministerium gemeldet, dass der Großteil des Gebäcks wie Kornspitz, Mohnflesserl oder Sonnenblumenbrot darüber liegt.
- Belegte Semmel: Die Semmel allein hat 4,9 %, die Wurstsemmel 10 %.
- Getränke: Mineralwasser und Limonaden haben 20 %, daran ändert sich nichts. Auch Hafer- und Sojadrinks sind nicht auf der 4,9-%-Liste.
So prüfst du deinen Kassabon
- Schau ans Ende des Bons. Dort steht meist eine Aufstellung nach Steuersätzen. Seit Juli gibt es eine Zeile für 4,9 %.
- Such die Kennzeichnung pro Zeile. Die meisten Ketten markieren jeden Artikel mit einem Buchstaben oder dem Steuersatz. Wie das aussieht, ist je nach Kette verschieden.
- Stimmt die Gruppe? Milch, Butter oder Brot sollten in der 4,9-%-Gruppe stehen. Käse und Fleisch sollten bei 10 % stehen.
Wichtig: Es gibt keine gesetzliche Pflicht, die Senkung an dich weiterzugeben. Der Handelsverband hat am 24. Juni 2026 zugesagt, sie zu 100 % weiterzugeben.
Kam die Senkung an?
Ja, bei den geprüften Produkten. Die AK Wien hat 576 Preise in sieben Ketten im Mai und im Juli verglichen, jeweils ohne Aktionen. Ergebnis vom 23. Juli 2026: Alle geprüften Ketten haben die Senkung vollständig weitergegeben.
Beispiele aus dem AK Preismonitor (Preis mit 10 % → mit 4,9 %):
- Clever Länger Frisch Vollmilch 1 l (Billa Plus): 1,39 € → 1,32 €
- Schärdinger Sommerbutter 250 g (billa.at): 2,79 € → 2,66 €
- Bio Langkornreis 1 kg (Hofer): 2,58 € → 2,46 €
- Gala Äpfel rot 1 kg (Lidl): 2,29 € → 2,18 €
Auch Statistik Austria sieht die Wirkung: Nahrungsmittel waren im August 2026 um 0,3 % billiger als ein Jahr davor, obwohl die Inflation insgesamt bei 3,2 % lag.
Die Regierung schätzt die Ersparnis auf rund 100 € pro Haushalt und Jahr. Das ist eine Schätzung, kein gemessener Wert.
Was das für deine Einkaufsliste heißt
Die Senkung ist bei Hofer, Lidl, Spar und Billa gleich groß: rund 4,6 % auf dieselben Produkte. Sie ändert also nichts daran, welche Kette für deine Liste günstiger ist. Den Unterschied machen weiter der Regalpreis und die Aktionen der Woche.
- Welche Kette im Schnitt vorne liegt: welcher Supermarkt für deine Liste gerade günstiger ist.
- Packung gegen Kilo: Grundpreis vergleichen.
- Was der AK Preismonitor sonst über Wien zeigt: Lebensmittel sparen in Wien.
- Die andere Zeile am Bon, die kein Preis ist: Einwegpfand, 25 Cent.
mitbringen zeigt dir für deine Einkaufsliste die Preise und Aktionen dieser Woche bei Hofer, Lidl, Spar und Billa. Die Mehrwertsteuer rechnet die App nicht extra aus: Sie steckt schon im Regalpreis.
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Häufige Fragen
Welche Lebensmittel haben seit 1. Juli 2026 nur 4,9 % Mehrwertsteuer?
Milch (auch laktosefrei), Joghurt, Butter, frische Hühnereier, frisches und tiefgekühltes Gemüse, Kern- und Steinobst wie Äpfel, Birnen, Marillen und Zwetschken, Reis, Weizenmehl und -grieß, ungekochte und ungefüllte Nudeln, Brot sowie Speisesalz. Entscheidend ist der Zolltarif-Code (KN) des Produkts, nicht der Name auf der Packung.
Gilt die 4,9 % Mehrwertsteuer auch für Käse und Fleisch?
Nein. Käse, Fleisch und Wurst stehen nicht auf der Liste und bleiben bei 10 %. Dasselbe gilt für Beeren, Bananen, Zitrusfrüchte, Roggenmehl, Haferflocken und Brot mit Honig, Ei, Käse, Nüssen oder Früchten.
Ist die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel befristet?
Nein. Laut Finanzministerium gilt der Satz von 4,9 % seit 1. Juli 2026 zeitlich unbefristet. Welche Produkte genau darunterfallen, präzisiert das Ministerium laufend in seinen Fachinformationen.
Warum 4,9 % und nicht 5 %?
Österreich hat mit 10 % und 13 % schon die zwei ermäßigten Sätze, die das EU-Recht normalerweise erlaubt. Ein zusätzlicher Satz ist nur zulässig, wenn er unter 5 % liegt. 4,9 % ist die knappste Zahl darunter.
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