Packungspreis vs. Kilopreis

Veröffentlicht am 29. August 2026 · mitbringen · Sparen & Preise

Der Grundpreis ist der Preis je Kilogramm, Liter oder Meter neben dem Packungspreis. In Österreich müssen Hofer, Lidl, Spar und Billa ihn nach dem Preisauszeichnungsgesetz bei Ware nach Gewicht oder Volumen auszeichnen. Wer nur den Packungspreis oder das Aktions-Schild vergleicht, zahlt oft mehr pro Kilo – der kleinere Preis auf dem Etikett ist der ehrliche Vergleich.

Packung A 1,29 €
Packung B 1,49 €

Beispiel-Etikett aus dem Artikel — keine Regalpreise, keine heutigen Preise

€/kg

mitbringen vergleicht deine Liste über Hofer, Lidl, Spar und Billa. Den Grundpreis auf zwei Packungen im Gang liest du selbst — die App zeigt das Etikett vor dir nicht.

Wer im Supermarkt den Grundpreis vergleichen will, liest genau diese kleinere Zahl. Nicht das rote Schild. Nicht die größere Packung.

Preise sind 2026 nicht still – der Verbraucherpreisindex lag im Juli vorläufig 2,8 Prozent über dem Vorjahr – aber der Grundpreis hilft in jeder Woche, nicht nur in Teuerungsjahren.

Zwei Zahlen auf dem Etikett: Packungspreis und Kilopreis

Jedes fertig verpackte Joghurt, jede Packung Reis, jede Flasche Öl trägt zwei Preise, sobald die Ware nach Gewicht oder Volumen angeboten wird.

Der Verkaufspreis ist, was die Schachtel kostet. 1,29 €. 1,49 €. Das ist die große Zahl, die das Auge zuerst nimmt.

Der Grundpreis ist dieselbe Ware, umgerechnet auf eine Maßeinheit: in der Regel 1 Kilogramm oder 1 Liter, sonst 1 Meter, 1 Quadratmeter oder 1 Kubikmeter. Auf dem Etikett steht das als €/kg oder €/l – der Kilopreis, den du brauchst, um Lebensmittel zu vergleichen, die nicht gleich groß sind.

Lose Ware, die vor Ort abgewogen wird – Käse an der Theke, Obst nach Gewicht – trägt oft nur den Grundpreis. Dann ist der Kilopreis der Verkaufspreis, und die zweite Zahl darf laut Gesetz entfallen.

Auch am digitalen Regaletikett muss der Grundpreis lesbar bleiben; das Gesetz vermutet das ab 3,5 Millimetern Schriftgröße. Mehr Typografie braucht dieser Text nicht.

In Österreich ist der Grundpreis keine Nettiquette, sondern Gesetz. Das Preisauszeichnungsgesetz (PrAG) verpflichtet Unternehmer, Verkaufspreis und Grundpreis auszuzeichnen. Quelle: RIS, PrAG, Gesetzesnummer 10007216, Fassung 29.08.2026, § 10a.

Drei Fallen am Regal – ohne erfundene Regalpreise

Die Packungsfalle

400 g neben 500 g derselben Linie. Die kleinere Packung ist oft ein paar Cent billiger. Pro Kilo ist sie teurer. Kilopreis vergleichen heißt: beide Packungen auf 1 kg rechnen, dann erst in den Wagen legen. Wer den Packungspreis vergleicht, kauft die teurere Ware im kleineren Karton.

Die Aktionsfalle

Das rote Schild senkt den Packungspreis. Es senkt nicht automatisch den Kilopreis. Eine kleinere Aktionspackung oder ein „2 für X“-Angebot kann pro Kilo schlechter sein als die unpromotete größere Packung daneben. Der Test ist der Grundpreis, nicht die Aktionsfarbe.

Das Abtropfgewicht

Steht auf der Dose oder dem Glas ein Abtropfgewicht, bezieht sich der Grundpreis auf genau dieses Abtropfgewicht – nicht auf das Gewicht mit Lake, Öl oder Sud. Das steht in § 10a Abs. 5 PrAG. Eine Dose Thunfisch vergleichst du also über das Abtropfgewicht. Dann hörst du auf zu rechnen; das ist kein juristischer Kommentar.

Rechenbeispiel, keine Regalpreise

Kein 2026-Regalpreis, keine Kette, nur eine Rechnung:

Packung A 1,29 € / 400 g → 3,23 €/kg
Packung B 1,49 € / 500 g → 2,98 €/kg
Die teurere Packung ist die günstigere Ware.

Rechenbeispiel, keine Regalpreise. Nicht Hofer, nicht Lidl, nicht Spar, nicht Billa, nicht „gesehen im August 2026“.

1,29 € geteilt durch 0,4 kg sind 3,23 €/kg. 1,49 € geteilt durch 0,5 kg sind 2,98 €/kg. Wer nur die große Zahl liest, nimmt A. Wer den Grundpreis liest, nimmt B und zahlt weniger für dieselbe Menge.

Wie das zu den anderen Hebeln passt

Drei verschiedene Fragen, drei verschiedene Antworten.

Was du in den Wagen legst – Marke oder Eigenmarke – ändert die Linie. Den Hebel hat Post #1: warum Eigenmarken bei Billa und Spar den größten Hebel haben. Die Arbeiterkammer misst das an einem Wiener Billig-Korb (rund 76 € im März 2026, Supermärkte 10,1 Prozent teurer als Diskonter; wien.ORF.at, 25.03.2026).

Wo du den Korb hinlegst – Hofer, Lidl, Spar oder Billa – ändert die Kette. Das ist Post #3: welcher Supermarkt für deine Liste gerade günstiger ist. Hofer hatte 2026 im AK-OÖ-Check am häufigsten den günstigsten Billig-Warenkorb (help.ORF.at, 13.07.2026); für deine Liste gibt es trotzdem keinen Dauer-Sieger.

Welche Packung derselben Linie du nimmst, ändert der Grundpreis. Du kannst auf Eigenmarke umsteigen, den günstigeren Laden wählen – und trotzdem die 400-g-Schachtel nehmen, die pro Kilo teurer ist. Das ist dieser Text. Nicht noch einmal die Eigenmarken-Tabelle. Nicht noch einmal die Ketten-Rollen. Die Pfandzeile auf Getränken ist eine andere Zahl als der €/l des Getränks – Einwegpfand in Österreich, 25 Cent.

Liste vergleichen, Packung selbst prüfen

mitbringen legt deinen Wocheneinkauf neben Hofer, Lidl, Spar und Billa. Den Grundpreis auf zwei Packungen im Gang liest du weiter selbst – kostenlos, in unter einer Minute eingerichtet.

Was du am Regal tust, was die App übernimmt

Am Regal: zwei Packungen derselben Linie, Grundpreis lesen, die günstigere Ware legen. Dosen mit Abtropfgewicht über das Abtropfgewicht vergleichen. Rote Schilder erst nach dem Kilopreis glauben.

Zu Hause, vor der Tür: die Liste über vier Ketten legen. mitbringen macht genau diesen Listen-Vergleich – aktuelle Preise und Angebote bei Hofer, Lidl, Spar und Billa, dann der günstigere Korb. Das ersetzt nicht den Blick auf zwei Joghurtbecher im selben Gang. Die App zeigt den Grundpreis auf dem Etikett vor dir nicht. Den liest weiter du.

Ehrlich: beides nützt nur zusammen. Der günstigere Laden mit der teureren Packung ist immer noch die teurere Ware.

Häufige Fragen

Was ist der Grundpreis im Supermarkt?

Der Grundpreis ist der Preis je Maßeinheit neben dem Packungspreis – in der Regel in Euro je Kilogramm oder Liter. In Österreich müssen Hofer, Lidl, Spar und Billa ihn nach dem Preisauszeichnungsgesetz bei Ware nach Gewicht oder Volumen auszeichnen. Wer Packungen unterschiedlicher Größe vergleichen will, liest diese kleinere Zahl, nicht den Verkaufspreis der Schachtel.

Warum kann eine Aktion teurer sein als der Normalpreis?

Weil das rote Schild den Packungspreis senkt, nicht automatisch den Kilopreis. Eine kleinere Aktionspackung oder ein „2 für X“-Angebot kann pro Kilo teurer sein als die unpromotete größere Packung daneben. Der Test ist der Grundpreis (€/kg oder €/l), nicht die Aktionsfarbe.

Ist der Grundpreis in Österreich Pflicht?

Ja, für Ware, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten wird. Das Preisauszeichnungsgesetz (PrAG) verpflichtet Unternehmer, neben dem Verkaufspreis den Preis je Maßeinheit (Grundpreis) auszuzeichnen – in der Regel je Kilogramm oder Liter. Lose Ware, die vor Ort abgewogen wird, trägt oft nur den Grundpreis. Quelle: RIS, § 10a PrAG, Fassung 29.08.2026.

Reicht es, den günstigsten Supermarkt zu wählen, oder muss ich trotzdem den Grundpreis vergleichen?

Nein. Den günstigeren Laden für die Liste zu wählen ist eine andere Frage als die günstigere Packung im Gang. Du kannst bei Hofer einkaufen und trotzdem die 400-g-Schachtel nehmen, die pro Kilo teurer ist als die 500-g-Packung daneben. Kettenwahl und Grundpreis sind zwei Hebel, nicht einer.

Bereit, die Liste zu vergleichen – und am Regal den Kilopreis zu lesen?

Bau deine Liste in mitbringen und vergleich Hofer, Lidl, Spar und Billa in einem Durchgang. Den Grundpreis auf dem Etikett nimmst du mit.

Quellen

Das Rechenbeispiel (1,29 € / 400 g gegen 1,49 € / 500 g) ist eine Rechnung, kein gemessener Regalpreis und keine Angabe von mitbringen. Alle Rechts- und Preisangaben stammen aus den oben verlinkten Originalquellen. Dieser Abschnitt muss beim Publizieren sichtbar und verlinkt auf der Seite bleiben.

LG
Lena Gruber

Content Writerin bei mitbringen

Schreibt über Preise, Packungen und wo Wien beim Einkauf spart.

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